Schraubenprüfmaschine: Hochgeschwindigkeits-Qualitätskontrolle erklärt

Schraubenprüfmaschine: Hochgeschwindigkeits-Qualitätskontrolle erklärt

Schraubenprüfmaschine: Hochgeschwindigkeits-Qualitätskontrolle erklärt

Schrauben gehören zu den am häufigsten verwendeten Verbindungselementen in der industriellen Fertigung. In der Automobilindustrie, Elektronik, im Maschinenbau und in vielen anderen Bereichen werden täglich große Mengen von Schrauben produziert und verarbeitet.

Bei hohen Produktionsmengen kann eine manuelle Prüfung jedoch nur schwer mit der Produktionsgeschwindigkeit Schritt halten. Eine Schraubenprüfmaschine ermöglicht deshalb eine automatisierte 100-%-Kontrolle von Schrauben und anderen Verbindungselementen. Je nach Anwendung kann sie Abmessungen, Gewinde, Kopfform, Oberflächenzustand und weitere kritische Merkmale prüfen und fehlerhafte Teile automatisch ausschleusen.

Moderne Systeme kombinieren industrielle Bildverarbeitung, präzise optische Messung, automatische Zuführung und Sortierung sowie bei Bedarf KI-basierte Fehlererkennung.

Was ist eine Schraubenprüfmaschine?

Eine Schraubenprüfmaschine ist ein automatisiertes Prüfsystem zur schnellen und wiederholbaren Qualitätskontrolle von Schrauben.

Das System verwendet typischerweise:

  • Industriekameras
  • Präzisionsoptiken
  • Beleuchtungssysteme
  • Bildverarbeitungssoftware
  • automatische Zuführtechnik
  • präzise dimensionale Messung
  • automatische Ausschleusung und Sortierung
  • Produktions- und Qualitätsdaten
  • bei Bedarf KI- oder Deep-Learning-Verfahren

Je nach Konstruktion kann eine Schraubenprüfmaschine beispielsweise die folgenden Merkmale prüfen:

  • Gesamtlänge
  • Schaftdurchmesser
  • Gewindedurchmesser
  • Kopfdurchmesser
  • Kopfhöhe
  • Kopfform
  • Antriebskontur
  • Schlitz- oder Kreuzschlitzgeometrie
  • Gewindeprofil
  • Oberflächenfehler
  • fehlende oder deformierte Merkmale

Bei geeigneten Hochgeschwindigkeitsanwendungen können solche Systeme Hunderte oder mehr als 1.000 Teile pro Minute prüfen.


Warum Schrauben automatisch prüfen?

Bei großen Produktionsmengen entstehen selbst bei stabilen Fertigungsprozessen gelegentlich fehlerhafte Teile.

Typische Ursachen sind:

  • Werkzeugverschleiß
  • Materialschwankungen
  • Umformfehler
  • Gewinderollfehler
  • Beschädigungen während des Transports
  • Oberflächenfehler
  • Maßabweichungen
  • fehlende Merkmale

Eine manuelle Prüfung einzelner Stichproben kann solche Fehler übersehen.

Eine automatisierte Schraubenprüfung kann dagegen eine 100-%-Kontrolle ermöglichen. Dadurch wird nicht nur die Anzahl fehlerhafter Teile reduziert, sondern auch die Prozessüberwachung verbessert.

Besonders bei sicherheitskritischen oder großen Serien kann die automatische Prüfung dazu beitragen, dass fehlerhafte Schrauben nicht in nachgelagerte Prozesse gelangen.


Welche Fehler kann eine Schraubenprüfmaschine erkennen?

Eine Schraubenprüfmaschine kann je nach Kamerakonfiguration, Beleuchtung und Prüfsoftware unterschiedliche Fehlerklassen erkennen.

Zu den wichtigsten Kategorien gehören:

  1. Gewindefehler
  2. Maßabweichungen
  3. Kopffehler
  4. Oberflächenfehler
  5. fehlende oder falsch ausgebildete Merkmale

Die tatsächliche Prüffähigkeit hängt immer von der Geometrie des Werkstücks und der konkreten Prüfaufgabe ab.

1. Gewindefehler

Das Gewinde gehört zu den wichtigsten Prüfmerkmalen einer Schraube.

Eine automatisierte Gewindeprüfung kann beispielsweise nach folgenden Fehlern suchen:

  • beschädigte Gewindegänge
  • fehlendes Gewinde
  • unvollständiges Gewinde
  • deformierte Gewindegänge
  • Fehler beim Gewinderollen
  • ungewöhnliche Gewindeprofile
  • Fremdmaterial im Gewindebereich
  • gewindebezogene Maßabweichungen

Warum ist die Gewindeprüfung wichtig?

Ein Gewindefehler kann die Montagefähigkeit einer Schraube beeinträchtigen.

Ein beschädigtes oder unvollständiges Gewinde kann beispielsweise dazu führen, dass:

  • die Schraube nicht korrekt montiert werden kann
  • das erforderliche Anzugsmoment nicht erreicht wird
  • die Verbindung nicht zuverlässig funktioniert
  • ein fehlerhaftes Teil in eine Baugruppe gelangt

Die industrielle Bildverarbeitung ermöglicht eine berührungslose Prüfung des Gewindebereichs, ohne dass jedes Teil mechanisch geprüft werden muss.


Maßprüfung von Schrauben

Neben dem Gewinde müssen häufig auch verschiedene geometrische Abmessungen kontrolliert werden.

Typische Messmerkmale sind:

  • Gesamtlänge
  • Kopfdurchmesser
  • Kopfhöhe
  • Schaftdurchmesser
  • Gewindedurchmesser
  • Verhältnis zwischen Kopf und Schaft
  • Schlitzabmessungen
  • Position bestimmter Merkmale
  • konzentrische bzw. lagebezogene Merkmale

Die konkrete Auswahl der Messmerkmale richtet sich nach der technischen Zeichnung und den Qualitätsanforderungen des Kunden.

Berührungslose dimensionale Messung

Die optische Messung bietet bei Hochgeschwindigkeitsanwendungen mehrere Vorteile.

Sie ist:

  • berührungslos
  • schnell
  • wiederholbar
  • gut für die automatisierte Sortierung geeignet
  • einfach in Produktionslinien integrierbar

Im Gegensatz zu einer mechanischen Messung muss die Maschine nicht für jedes Teil einen mechanischen Messzyklus durchführen.

Die erreichbare Messgenauigkeit hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, darunter:

  • Kameraauflösung
  • Objektiv
  • Sichtfeld
  • Beleuchtung
  • Kalibrierung
  • Positionierung des Werkstücks
  • mechanische Stabilität der Maschine
  • Bildverarbeitungsalgorithmen

Deshalb sollte die geforderte Genauigkeit immer anhand realer Musterteile überprüft werden.


Prüfung des Schraubenkopfes

Der Schraubenkopf enthält häufig mehrere kritische geometrische Merkmale.

Eine Schraubenprüfmaschine kann beispielsweise prüfen:

  • Kopfdurchmesser
  • Kopfhöhe
  • Kopfform
  • Deformationen
  • Antriebskontur
  • Schlitz
  • Kreuzschlitz
  • fehlende Merkmale
  • Risse
  • Grate
  • Oberflächenbeschädigungen

Je nach Schraubentyp können unterschiedliche Kameraperspektiven erforderlich sein.

Eine Draufsicht kann beispielsweise den Kopf und den Antrieb prüfen, während Seitenansichten für die Messung von Länge, Höhe und Durchmesser verwendet werden.


Prüfung von Oberflächenfehlern

Neben geometrischen Merkmalen können Schrauben auch verschiedene Oberflächenfehler aufweisen.

Typische Beispiele sind:

  • Kratzer
  • Risse
  • Dellen
  • Grate
  • Poren oder Vertiefungen
  • Flecken
  • Rost
  • Beschichtungsfehler
  • Plattierungsfehler
  • Fremdpartikel

Die Erkennung solcher Fehler ist häufig anspruchsvoller als eine einfache Maßprüfung, weil sich Oberflächenstruktur, Reflexion und Beleuchtung stark auf das Kamerabild auswirken können.

Für stabile geometrische Merkmale sind klassische Bildverarbeitungsverfahren häufig sehr effektiv. Bei unregelmäßigen Oberflächenfehlern kann dagegen eine KI-basierte Bildverarbeitung zusätzliche Vorteile bieten.


Wie funktioniert eine Schraubenprüfmaschine?

Eine typische automatische Prüfmaschine arbeitet nach einem Prozess wie diesem:

Zuführung → Vereinzelung → Ausrichtung → Bildaufnahme → Bildanalyse → Maßprüfung → Fehlererkennung → Klassifizierung → automatische Sortierung

Schritt 1: Automatische Zuführung

Zunächst werden die Schrauben aus einem Vorratsbehälter automatisch zur Prüfstation transportiert.

Je nach Anwendung können beispielsweise folgende Zuführsysteme eingesetzt werden:

  • Vibrationswendelförderer
  • Zentrifugalförderer
  • Förderbänder
  • kundenspezifische Zuführsysteme

Die Zuführung muss eine stabile und kontrollierte Teilebewegung gewährleisten.

Bei hohen Geschwindigkeiten ist eine zuverlässige Zuführung genauso wichtig wie die Geschwindigkeit der Kameras.


Schritt 2: Vereinzelung und Ausrichtung der Teile

Die Schrauben müssen in geeigneter Position und mit ausreichendem Abstand an der Prüfstation vorbeigeführt werden.

Die Vereinzelung verhindert, dass mehrere Teile gleichzeitig im Sichtfeld erscheinen.

Die Ausrichtung ist besonders wichtig, wenn bestimmte Merkmale nur aus einer bestimmten Perspektive geprüft werden können.


Schritt 3: Bildaufnahme

Industriekameras nehmen Bilder aus einer oder mehreren Perspektiven auf.

Je nach Schraubengeometrie können beispielsweise eingesetzt werden:

  • Draufsicht
  • Seitenansicht
  • Unteransicht
  • mehrere Seitenkameras
  • individuelle Kamerawinkel

Die erforderliche Kamerakonfiguration hängt von den zu prüfenden Merkmalen ab.


Schritt 4: Bildanalyse

Die aufgenommenen Bilder werden anschließend verarbeitet.

Das Bildverarbeitungssystem kann beispielsweise:

  • Kanten erkennen
  • Konturen bestimmen
  • Abmessungen berechnen
  • Positionen überprüfen
  • Formen vergleichen
  • Oberflächenmerkmale analysieren
  • Gut- und Schlechtteile klassifizieren

Für stabile und klar definierte geometrische Merkmale sind regelbasierte Bildverarbeitungsmethoden häufig besonders geeignet.


Schritt 5: KI-basierte Fehlererkennung

Bei komplexeren Oberflächenfehlern kann zusätzlich KI eingesetzt werden.

Deep-Learning-Modelle können anhand geeigneter Trainingsdaten lernen, zwischen akzeptablen und fehlerhaften Oberflächenmerkmalen zu unterscheiden.

KI kann besonders interessant sein, wenn Fehler:

  • unregelmäßig geformt sind
  • stark variieren
  • schwer mit festen Regeln zu beschreiben sind
  • durch unterschiedliche Oberflächenstrukturen beeinflusst werden

Das bedeutet jedoch nicht, dass KI für jede Schraubenprüfung erforderlich ist.

In vielen Anwendungen ist eine Kombination aus regelbasierter Bildverarbeitung, präziser Maßprüfung und KI-basierter Fehlererkennung die sinnvollste Lösung.


Schritt 6: Automatische Sortierung

Nach der Prüfung wird jedes Teil als OK oder NOK klassifiziert.

Fehlerhafte Teile können anschließend automatisch ausgeschleust werden, beispielsweise mithilfe von:

  • Luftdüsen
  • mechanischen Auswerfern
  • Umlenkeinrichtungen
  • Sortierung in mehrere Behälter

Damit wird die Prüfung direkt mit der Qualitätskontrolle und Sortierung verbunden.


Wie schnell können Schraubenprüfmaschinen prüfen?

Die erforderliche Prüfgeschwindigkeit hängt stark von der Anwendung ab.

Bei geeigneten Hochgeschwindigkeitsanwendungen können Schraubenprüfmaschinen Hunderte oder mehr als 1.000 Teile pro Minute prüfen.

Die tatsächliche Leistung hängt jedoch nicht nur von der Kamera ab.

Wichtige Faktoren sind:

  • Zuführgeschwindigkeit
  • Teileabstand
  • Stabilität der Teilebewegung
  • Belichtungszeit
  • Beleuchtung
  • Anzahl der Kameras
  • Anzahl der Ansichten
  • Bildverarbeitungszeit
  • KI-Inferenzzeit
  • Reaktionszeit der Sortierung
  • erforderliche Messgenauigkeit

Eine Maschine mit einer sehr schnellen Kamera kann daher trotzdem keine hohe Gesamtleistung erreichen, wenn Zuführung, Beleuchtung, Bildverarbeitung oder Sortierung zum Engpass werden.


Hochgeschwindigkeitsprüfung erfordert mehr als schnelle Kameras

Bei einer industriellen Hochgeschwindigkeitsprüfung muss das gesamte System als Einheit betrachtet werden.

Eine typische Hochgeschwindigkeitsprüfung umfasst:

Zuführung + Vereinzelung + Positionierung + Beleuchtung + Bildaufnahme + Bildverarbeitung + Entscheidung + Sortierung

Wenn nur ein Teil dieser Prozesskette zu langsam oder instabil ist, kann die Gesamtleistung begrenzt werden.

Deshalb sollte die Maschinengeschwindigkeit immer anhand eines realen Produktionsprozesses und realer Musterteile bewertet werden.


KI-Bildverarbeitung vs. traditionelle Bildverarbeitung bei Schrauben

Traditionelle Bildverarbeitung und KI-basierte Bildverarbeitung haben unterschiedliche Stärken.

Regelbasierte Bildverarbeitung

Sie eignet sich häufig gut für:

  • Durchmesser
  • Länge
  • Höhe
  • Kanten
  • Konturen
  • Positionen
  • klar definierte geometrische Fehler

Diese Merkmale lassen sich häufig durch feste Prüfregeln und Messalgorithmen beschreiben.

KI-basierte Bildverarbeitung

KI kann besonders nützlich sein für:

  • unregelmäßige Oberflächenfehler
  • variable Kratzer
  • komplexe Defektmuster
  • schwer zu definierende visuelle Unterschiede

Hybrider Ansatz

In vielen industriellen Anwendungen ist eine Kombination sinnvoll:

klassische Bildverarbeitung + präzise Messung + KI-Fehlererkennung

Dadurch kann jede Technologie dort eingesetzt werden, wo sie die beste Leistung bietet.


Wie wählt man die richtige Kamerakonfiguration?

Es gibt keine universelle Kamerakonfiguration für alle Schrauben.

Die erforderliche Anzahl und Position der Kameras hängt unter anderem ab von:

  • Schraubengeometrie
  • Anzahl der zu prüfenden Merkmale
  • erforderlichen Messgenauigkeiten
  • Oberflächenbeschaffenheit
  • Teileorientierung
  • Produktionsgeschwindigkeit
  • Beleuchtungsanforderungen

Beispielsweise kann eine Schraube mit einem einfachen Kopf deutlich weniger Ansichten benötigen als ein komplexes Verbindungselement mit mehreren kritischen Merkmalen.

Die richtige Konfiguration sollte deshalb durch Tests mit Originalteilen bestimmt werden.


Warum ist die Beleuchtung bei der Schraubenprüfung wichtig?

Eine hochwertige Kamera allein reicht nicht aus.

Die Beleuchtung bestimmt wesentlich, wie ein Merkmal auf dem Bild erscheint.

Unterschiedliche Beleuchtungstechniken können unterschiedliche Fehler sichtbar machen.

Hintergrundbeleuchtung

Eine Hintergrundbeleuchtung kann verwendet werden, um die Silhouette eines Teils deutlich darzustellen.

Sie eignet sich besonders für:

  • Länge
  • Außendurchmesser
  • Konturen
  • geometrische Profile

Hellfeldbeleuchtung

Hellfeldbeleuchtung kann für bestimmte Oberflächen- und Geometriemerkmale eingesetzt werden.

Sie erzeugt eine direkte Ausleuchtung des Prüfbereichs.

Dunkelfeldbeleuchtung

Dunkelfeldbeleuchtung kann bestimmte Kanten, Kratzer und Oberflächenunregelmäßigkeiten stärker hervorheben.

Sie ist besonders interessant für die Erkennung bestimmter Oberflächenfehler.

Dome-Beleuchtung

Eine Dome-Beleuchtung kann helfen, störende Reflexionen auf glänzenden oder stark reflektierenden Oberflächen zu reduzieren.

Die optimale Beleuchtung muss jedoch immer an das konkrete Material, die Oberfläche und den Fehler angepasst werden.


Schraubenprüfung in der Automobilindustrie

Die Automobilindustrie verwendet große Mengen an Schrauben und anderen Verbindungselementen.

Viele dieser Komponenten müssen innerhalb definierter Maß- und Qualitätsgrenzen liegen.

Eine automatische Schraubenprüfung kann beispielsweise kontrollieren:

  • Gewinde
  • Durchmesser
  • Länge
  • Kopfgeometrie
  • Antriebskontur
  • Oberflächenzustand
  • fehlende Merkmale

Bei großen Serien kann die automatisierte Prüfung helfen, fehlerhafte Teile frühzeitig zu erkennen und die Qualität nachgelagerter Montageprozesse zu schützen.

Besonders bei sicherheitsrelevanten Komponenten kann eine zuverlässige und nachvollziehbare Qualitätskontrolle von hoher Bedeutung sein.


Schraubenprüfung für Elektronik und Präzisionskomponenten

Auch in der Elektronikfertigung werden kleine Schrauben und Präzisionsverbindungselemente eingesetzt.

Bei kleineren Komponenten können bereits geringe geometrische Abweichungen relevant sein.

Typische Prüfaufgaben können umfassen:

  • kleine Durchmesser
  • Länge
  • Kopfform
  • Antriebskontur
  • Gewindemerkmale
  • Oberflächenfehler

Bei solchen Anwendungen müssen Kameraauflösung, Optik, Beleuchtung, Positionierung und Messalgorithmen sorgfältig auf die Größe des Werkstücks abgestimmt werden.


Von der Prüfung zur intelligenten Fertigung

Eine moderne Schraubenprüfmaschine muss nicht als isolierte Prüfstation betrachtet werden.

Sie kann in eine übergeordnete Produktionsumgebung integriert werden.

Mögliche Schnittstellen und Funktionen umfassen:

  • SPS
  • Produktionslinien
  • MES
  • Fabrikdatenbanken
  • Rückverfolgbarkeit
  • Verpackungssysteme
  • Qualitätsdatenerfassung

Die gesammelten Daten können beispielsweise Informationen liefern über:

  • Fehlerquoten
  • Fehlertrends
  • Maschinenleistung
  • Chargenqualität
  • Sortierergebnisse

Dadurch kann die automatische Sichtprüfung Teil eines umfassenderen Smart-Manufacturing-Konzepts werden.


Was sollte man bei der Auswahl einer Schraubenprüfmaschine berücksichtigen?

Bei der Auswahl eines Prüfsystems sollten mindestens die folgenden Punkte definiert werden.

1. Schraubentyp

Stellen Sie Informationen bereit über:

  • Zeichnungen
  • Abmessungen
  • Material
  • Oberflächenfinish
  • Produktionsmenge
  • vorhandene Fotos oder Musterteile

2. Zu erkennende Fehler

Definieren Sie genau, welche Fehler erkannt werden müssen.

Beispielsweise:

  • Gewindefehler
  • Maßabweichungen
  • Kopffehler
  • Oberflächenfehler
  • fehlende Merkmale

3. Produktionsgeschwindigkeit

Geben Sie die erforderliche Leistung an, beispielsweise:

  • Teile pro Minute
  • Teile pro Stunde

Die Maschine sollte auf die tatsächliche Produktionsgeschwindigkeit und nicht nur auf die maximale theoretische Kamerageschwindigkeit ausgelegt werden.

4. Genauigkeit

Definieren Sie:

  • Nennmaße
  • Toleranzgrenzen
  • erforderliche Messunsicherheit
  • Akzeptanz- und Ausschusskriterien

Eine hohe nominelle Kameraauflösung bedeutet nicht automatisch, dass die gesamte Messkette die erforderliche Genauigkeit erreicht.

5. Erforderliche Ansichten

Bestimmen Sie, welche Bereiche geprüft werden müssen.

Je nach Schraube können beispielsweise erforderlich sein:

  • Kopfansicht
  • Seitenansicht
  • Unteransicht
  • Gewindeansicht
  • mehrere Winkel

6. Ist KI erforderlich?

KI sollte nicht automatisch eingesetzt werden.

Wenn die Prüfmerkmale stabil und eindeutig definiert sind, kann klassische Bildverarbeitung die bessere Lösung sein.

KI ist besonders interessant, wenn visuelle Fehler komplex, unregelmäßig oder schwer mit festen Regeln zu beschreiben sind.


Schraubenprüfmaschine vs. manuelle Prüfung

MerkmalManuelle PrüfungAutomatisierte Schraubenprüfung
Prüfgeschwindigkeitbegrenztsehr hoch
100-%-Prüfungschwierig bei großen Mengengut geeignet
Wiederholbarkeitabhängig vom Bedienerhoch
Maßprüfunghäufig Stichprobenautomatisiert
Oberflächenprüfungsubjektiverstandardisierte Bildbedingungen
automatische Sortierungnormalerweise nichtmöglich
Produktionsdatenbegrenztautomatisierbar
Integration in Produktionslinienbegrenztgut möglich
Personaleinsatzhochgeringer für die laufende Prüfung

Die manuelle Prüfung kann weiterhin für Stichproben, Prozessfreigaben und Sonderfälle sinnvoll sein.

Für große Serien bietet die automatisierte Prüfung jedoch erhebliche Vorteile hinsichtlich Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Prozessintegration.


FAQ

Was ist eine Schraubenprüfmaschine?

Eine Schraubenprüfmaschine ist ein automatisiertes Bildverarbeitungs- und Prüfsystem zur Kontrolle von Schrauben. Je nach Anwendung kann sie Maße, Gewinde, Kopfform, Oberflächenzustand und weitere Merkmale prüfen und fehlerhafte Teile automatisch sortieren.

Welche Fehler kann eine Schraubenprüfmaschine erkennen?

Je nach System können beispielsweise Gewindefehler, Maßabweichungen, deformierte Köpfe, fehlende Merkmale, Kratzer, Risse, Grate, Dellen, Beschichtungsfehler und andere Oberflächenfehler erkannt werden.

Können Schrauben zu 100 % geprüft werden?

Ja. Für geeignete Produktionsanwendungen können automatisierte Prüfsysteme eine 100-%-Kontrolle jedes Teils ermöglichen. Die tatsächliche Leistung hängt von Werkstück, Prüfmerkmalen, Produktionsgeschwindigkeit und Maschinenkonfiguration ab.

Wie schnell arbeitet eine Schraubenprüfmaschine?

Bei geeigneten Hochgeschwindigkeitsanwendungen können Systeme Hunderte oder mehr als 1.000 Teile pro Minute prüfen. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von Zuführung, Kameras, Beleuchtung, Bildverarbeitung, KI-Inferenz und Sortierung ab.

Kann eine Schraubenprüfmaschine das Gewinde prüfen?

Ja. Je nach Schraubentyp und Prüfaufgabe können Gewindeprofil, Gewindezustand und bestimmte gewindebezogene Merkmale optisch geprüft werden.

Ist KI für die Schraubenprüfung notwendig?

Nicht immer. Klassische Bildverarbeitung eignet sich häufig sehr gut für stabile geometrische Merkmale und dimensionale Messungen. KI kann bei komplexen oder unregelmäßigen Oberflächenfehlern zusätzliche Vorteile bieten.

Kann die Maschine fehlerhafte Schrauben automatisch aussortieren?

Ja. Nach der Klassifizierung können fehlerhafte Teile beispielsweise mit Luftdüsen, mechanischen Auswerfern oder anderen Sortiermechanismen automatisch ausgeschleust werden.

Kann eine Schraubenprüfmaschine in eine Produktionslinie integriert werden?

Ja. Prüfsysteme können je nach Anwendung mit SPS, Produktionslinien, MES, Datenbanken, Verpackungssystemen und anderen Produktionssystemen verbunden werden.


Fazit

Eine moderne Schraubenprüfmaschine kombiniert automatische Zuführung, industrielle Bildverarbeitung, optische Messung, Fehlererkennung und automatische Sortierung zu einem integrierten Qualitätskontrollsystem.

Für einfache geometrische Merkmale sind präzise Messalgorithmen häufig ausreichend. Für komplexe Oberflächenfehler kann KI-basierte Bildverarbeitung zusätzliche Möglichkeiten bieten.

Die optimale Lösung hängt jedoch immer von den tatsächlichen Schrauben, Prüfmerkmalen, Toleranzen und Produktionsbedingungen ab.

Eine professionelle Systemauslegung sollte deshalb nicht nur anhand von Kameras oder theoretischen Geschwindigkeiten erfolgen. Entscheidend ist die Leistung des gesamten Systems unter realen Produktionsbedingungen.


Benötigen Sie eine Lösung zur Schraubenprüfung?

Wenn Sie eine automatisierte Prüf- und Sortierlösung für Schrauben entwickeln möchten, können Sie uns folgende Informationen bereitstellen:

  • technische Zeichnungen
  • Musterteile
  • Fotos der Schrauben
  • Produktionsgeschwindigkeit
  • kritische Abmessungen
  • bekannte Fehlerarten
  • erforderliche Messgenauigkeit

Unser Engineering-Team kann diese Informationen verwenden, um die geeignete Kombination aus Zuführung, Kameras, Optiken, Beleuchtung, Bildverarbeitung, KI und automatischer Sortierung zu bewerten.

Schraubenprüfmaschine anfragen


Weiterführende Informationen